Offiziell hat mein Projekt am 1. April 2015 begonnen durch die Förderung der Robert-Bosch-Stiftung im Programm “Neue Wege im Wissenschaftsjournalismus”.
Zu diesem Zeitpunkt trug das Projekt noch den Namen “Startup Stories” und das ist der erste Abschnitt aus meinem Antrag an die Stiftung.

“Startup-Story” ist eine journalistische Web-Application, die Wissenschafts-Startups vorstellt. Sie erklärt den innovativen Ansatz, die Technik und Forschung dahinter, portraitiert die Menschen und begleitet die Geschichte des Unternehmens über einen längeren Zeitraum multimedial (Film, Text, Infografiken). Als Wissenschafts-Startups verstehe ich Unternehmensgründungen, die ihren Ursprung an Universitäten oder Forschungseinrichtungen haben und deren Geschäftsidee auf einer wissenschaftlichen Innovation/Entdeckung beruht.

So stand es da auf dem Papier und jetzt hatte ich endlich die Chance WUNDERDING Wirklichkeit werden zu lassen. An das Konzept und die Entstehungsgeschichte erinnere ich mich gerne zurück, denn ich habe es nachts, als die Kinder schon schliefen, während unseres Zelturlaubs in Schweden auf meinem iPad geschrieben. Ende August 2015 endete das Programm der Bosch-Stiftung und vorher hatte ich keine Zeit gefunden.

Schon in meinem Antrag hatte ich festgelegt, dass ich mein Projekt, das die Welt der Startups zum Inhalt hat, ebenfalls als Startup ansehe. Ein publizistisches Startup, das ich nach den Prinzipen des “Lean Startup” entwickeln werde.
Ich will an dieser Stelle nicht eine Einführung in “Lean Startup” geben, aber ganz grob zusammengefasst lässt sich der Ansatz so zusammenfassen, dass man zügig ein erstes Produkt entwickelt, ein Minimum Viable Product (MVP), dieses Produkt schnell an den Markt bringt und dann durch User-Feedback lernt, ob der User/Nutzer/Käufer das, was man sich ausgedacht hat, überhaupt annimmt und braucht.
Das Feedback (qualitativ z.B. durch User-Befragung oder quantitativ anhand von Click-Zahlen) ist dann die Grundlage für den Lernprozess und so steht der User/Nutzer/Leser/Käufer im Mittelpunkt und bestimmt den Weg der Entwicklung.
Am Ende kommt dabei oft etwas ganz anderes heraus als was der Gründer/-in sich ursprünglic ausgedacht hat. Denn während des Prozesses des “Lean Startup” merkt er/sie, was sein User/Kunde/Käufer wirklich braucht, was einen Mehrwert/Nutzen schafft und mit was für einer Idee er/sie tatsächlich Geld verdienen kann. Und nur das allein zählt, wenn man ein Unternehmen aufbauen will, mit dem Ziel, davon leben zu können.

Anfang April 2015 stand ich also vor der Herausforderung ersteinmal dieses Minimum Viable Product zu gestalten und dann mithilfe des “Lean Startup” Prinzips weiterzuentwickeln. Bei aller Begeisterung bei mir und bei vielen anderen Gründern über dieses Prinzip, muss ich an dieser Stelle warnend hinzufügen, dass “Lean Startup” natürlich alles andere ist als ein sicheres, reproduzierbares Rezept auf dem Weg zum Erfolg.
Es bietet lediglich einen Rahmen und Stützpfeiler in dem Vorgang “Startup-Gründung”, der ansonsten geprägt ist von Chaos, Unsicherheit und Unwissenheit.
Letztendlich hat Eric Ries in seinem Buch einen Weg zusammengefasst, den alle erfolgreiche Gründer intuitiv und durch einen harten Lernprozess gegangen sind.
Das kann man sehr schön in Jessica Livingston´s phanastischem Interview-Buch Founders at work nachlesen.
In diesem Buch interviewt sie so berühmte Gründer wie Steve Wozniak (Apple), Max Levchin (Paypal), Craig Newmark (craiglist), Charles Geschke (Adobe) und Stephen Kaufer (TripAdvisor) und es faszinierend zu lesen, wie kurvenreich ihr Weg war, mit tiefen Tälern, kleinen Anhöhen und der entscheidenden Beharrlichkeit aus einer Anfangsidee ein erfolgreiches Produkt zu entwickeln.